Wie sollen wir leben?
Hat das alles einen Sinn?
Der Völkermord in Ruanda
Niemand wusste davon
Fast niemand hat das winzige Land in Zentralafrika gekannt, bevor es vor ein paar Jahren durch einen blutigen Bürgerkrieg in die Schlagzeilen der Presse geriet. Das Leben und das Überleben in Ruanda wurde durch den Bürgerkrieg noch aussichtsloser. Der Krieg traf also ein Land, das schon davor von seinen Problemen überfordert war und so in eine noch elendere Lage geraten ist.
1. Land und Menschen
Ruanda, das Land der Tausend Hügel
| Amtssprache: Englisch, Französisch, Kinyarwanda Hauptstadt: Kigali Staatsform: Präsidialrepublik Staatsoberhaupt: Präsident Paul Kagame Regierungschef: Bernard Makuza Fläche: 26338 km² Einwohnerzahl: 7810056 Bevölkerungsdichte: 301 Einwohner pro km² |
Unabhängigkeit: von Belgien am 1.7.1962 Währung: Ruanda - Franc Zeitzone: UTC + 2 Nationalhymne: Rwanda rwacu Kfz- Kennzeichen: RWA Internet - TLD: .rw Vorwahl: +250 |
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| weiteres unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Ruanda | (Fatin & Patricia) |
Hutu / Tutsi, was ist das?
| Eigentlich besteht Ruanda aus 3 Volksgruppen: die Hutu (oder Wahutu), die ca. 89% der ruandischen Bevölkerung ausmachen.
Angeblich entstammen sie der Bantu-Rasse. Die Tutsi (oder Watutsi), das sind ungefähr 10 %. Sie sind groß gewachsen,
haben feine Gesichtszüge und werden oftmals die ``Schwarzen Weißen´´ genannt. Es wird behauptet,dass sie
im 17. jahrhundert aus Äthiopien nach Ruanda eingewandert und und Nachkommen der Hamiten seien.
Und die Twa (oder Watwa), mit nur 1% die kleinste Gruppe. Doch so ganz eindeutig kann man diese Stämme nicht trennen. Die Hutu, Tutsi und Twa bewohnen dasselbe Land, sprechen dieselbe Sprache, (das komplizierte Ikinyarwanda) und haben auch eine gemeinsame Kultur. Ein Tutsi kann auch gleichzeitig ein Hutu sein, da auch vermischte Heiraten in Ruanda gang und gäbe sind. Die Schweizer unterscheiden uns eigentlich wesentlich mehr von einander. Sie haben immerhin 4 Landessprachen und unzählige Dialekte. |
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| Quelle: www.uni-saarland.de/www.aufenthaltstitel.de |
(Lisa & Beeke) |
2. Der Konflikt
Bei dem Genozid in Ruanda im Zeitraum von April bis Juli 1994 kamen annähernd 800000 Menschen ums Leben. Die im Land stationierte
Blauhelm-Truppe der Vereinten Nationen wusste das systematische Abschlachten von Männern, Frauen und Kindern durch Unfähigkeit
nicht zu verhindern. In dem politisch durch jahrzehntelange ethnische Konflikte zwischen den Bevökerungsgruppen der Hutu und Tutsi
geprägten Ruanda übernahm 1973 nach einem Staatsstreich JuvÈnal Habyarimana die Macht. Zur Konsolidierung seiner Macht
plazierte Habyarimana diverse seiner Hutu-Anhänger in Schlüsselpositionen, vor allem in der Armee des Landes.1994 eskalierten
die Auseinandersetzungen mit der den Tutsi angehörigen Patriotischen Front (Rwandese Patriotic Front). Lokale Pogrome kosteten hunderte
Tutsi das Leben. Nach langwierigen Verhandlungen unterzeichneten Regierung und die Patriotische Front am 4. August 1993 in tansanischen Arusha
ein Friedensabkommen, das eine Teilung der Macht sowie eine Integration von regulärer und Rebellenarmee vorsah. Beide Parteien
befürworteten die Stationierung einer UN-Blauhelmtruppe, um die Umsetzung der Vereinbarungen zu überwachen.
| 1957 | Hutu bilden eigene Partei (PARMEHUTU) Tutsi werden zu Fremden im eigenen Land erklärt |
| 1959 | Hutubauernaufstand gegen Tutsi; viele Tutsi fliehen in benachbarte Länder (Kongo, Uganda, Burundi) belgische Besatzung verlässt das Land |
| 1960 | PARMEHUTU bildet eine Regierung |
| Januar 1961 | Sturz des Königs |
| Oktober 1961 | Wahlen: PARMEHUTU gewinnen; Ruanda wird Republik |
| 1. Juli 1962 | Ruanda wird selbstständig; politische Eigenständigkeit führt zu Bürgerkriegen und Massakern zwischen Hutu und Tutsi |
| 1963 | Beginn von Guerilla-Tätigkeiten (von UNAR unterstützt) von Burundi aus |
| 1966 | Hutu verüben Massaker an Tutsi . Tutsi fliehen in benachbarte Länder |
| Februar 1973 | Ethnische Auseinandersetzungen zwischen Hutu und Tutsi |
| 5. Juli 1973 | Militärputsch - zweite Republik |
| Juli 1975 | Gründung der nationalen Revolutionsbewegung für Entwicklung (MRND); soll Regionalismus beseitigen |
| 17. Dez. 1978 | neue Verfassung - MRND wird Einheitspartei - > Lage entspannt sich |
| Sept. 1990 | 4000 Tutsirebellen fallen von Uganda her in Ruanda ein - > Beginn des Bürgerkrieges |
(Annemarie, Dominik &Hanna) |
In Ruanda gab es also schon lange dem eigentlichen Konflikt immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Hutu und Tutsi. Ausschlaggebend für den Genozid 1994 waren nach Uganda vertriebene Tutsi, die dort in der Armee ausgebildet worden waren und 1990 wieder nach Ruanda einmarschierten. In diesem Jahr begann der Bürgerkrieg der 1994 nach dem Tod des Hutupräsidenten seinen Höhepunkt erreichte indem Hutu tausende Tutsi ermordeten.
Internationale Reaktionen
(Peter & Joachim)
3. Ruanda heute
Innenpolitik
Die innenpolitische Agenda wird im Jahr 2004 von den Gedenkfeiern zum 10. Jahrestag des Genozides in Ruanda
(offizieller Beginn am 7. April 2004 mit Eröffnung des Genozidmemorials in Gisozi/Kigali unter Anwesenheit
zahlreicher afrikanischer Regierungschefs und ausländischer Delegationen), von der Fortführung des Prozesses
nationaler Einheit und Versöhnung, von der landesweiten Durchführung der Gacaca-Gerichtsverfahren sowie der
weiteren Umsetzung der nationalen Armutsbekämpfungsstrategie dominiert. Wichtige Elemente der Innenpolitik Ruandas
im Jahr 2003 waren: die neue Verfassung (Annahme durch Referendum im Mai 2003), die Präsidentschaftswahlen am
25. August (Wahl von Präsident Paul Kagame mit 95,01% der Stimmen) und die Parlamentswahlen vom 29. September
bis 2. Oktober. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlenwahlen erfolgten weitgehend in freier und geheimer Weise,
allerdings waren teilweise auch erhebliche Unregelmäßigkeiten festzustellen. Die Wahlbeobachtermission der
Europäischen Union merkte an, dass die Präsidentschaftswahlen zwar nicht alle Kriterien freier und fairer
Wahlen erfüllt, gleichwohl aber einen wichtigen Schritt zur Demokratisierung Ruandas dargestellt haben. Wichtige
gesellschaftliche Themen bleiben die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung des Völkermords, das
Dezentralisierungsprogramm der Regierung sowie der wirtschaftliche Wiederaufbau des Landes. Der beginnende
Dezentralisierungsprozess stellt einen wichtigen Faktor der politischen Demokratisierung dar, weil er durch Kommunal-
und Bürgermeisterwahlen sowie Kompetenzverlagerung auf untere Ebenen die Bevölkerung in den politischen
Entscheidungsprozess einbinden soll.



